Das Bürgermuseum nimmt Gestalt an

Bild: Stadt WF

PM-Stadt-WF. Bis zu seiner Eröffnung Mitte Mai gibt es im künftigen Bürgermuseum in der ehrwürdigen Jahnturnhalle noch einiges zu tun. Wie es hier künftig aussehen wird, lässt sich aber schon sehr gut erahnen.

„Im Mittelpunkt des neuen Museums steht die Geschichte Wolfenbüttels der letzten drei Jahrhunderte“, verrät Museumsleiterin Dr. Sandra Donner. Thematische Schwerpunkte sind die Stadtwerdung im Schatten der Residenz, Wasser, Industrialisierung, die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, das 20. Jahrhundert mit Weltkriegen und Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder, die Deutsche Einheit und schließlich die Halle selbst. In der Halle wurde sich immer bewegt, ob Pferde oder Basketbälle.

Von der militärischen Reit- zur Turnhalle

Seit ihrer Erbauung ist die Halle ein Funktionsbau gewesen, der durch seine Umnutzung von der militärischen Reithalle hin zur Turnhalle auch die bürgerliche Entwicklung der Stadt charakterisiert. Diese Halle ist somit im kollektiven Gedächtnis der Stadtbewohner fest verankert. Entsprechend dem Beschluss des Rates vom 19. Dezember 2012 wurde mit der Planung zur Neuherrichtung der Jahnturnhalle begonnen.

Bei einem kleinen Wettbewerb, an dem renommierte deutsche Ausstellungsagenturen den Auftrag bekamen, eine Grundkonzeption für die neue Ausstellungshalle einzureichen, fiel die Wahl auf den Entwurf der Berliner Ausstellungsagentur „gewerk design“. Die Agentur überzeugte nicht nur durch ihre gestalterischen Ideen zur Umsetzung der einzelnen Themenbereiche, sondern entwickelte ein Gesamtkonzept, das Stadt und Raum berücksichtigt und zusammenführt.

Ein modernes, lebendiges Museum

„Für das Museum wurde eine multifunktionale Ausstellungsarchitektur entwickelt, die auf die verschiedenen Bedürfnisse von Inhalt, Besuchern und Funktion eingeht“, erklärt Jens Imig, Geschäftsführer von „gewerk design“. In die West‐Ost Achse des Gebäudes wird ein zeitgenössischer Ausstellungskörper eingesetzt – das Archiv. Diese Architektur strukturiert die Halle. Die Gestaltung steht im Dienste eines modernen lebendigen Museums. Großvitrinen werden bis zur Eröffnung noch thematisch bestückt und teilen somit den Ausstellungsraum in Themenfelder ein. Hier kann der Besucher seine Objekte nach entsprechendem Aufruf für Ausstellungsschwerpunkte abgeben. Dies ermöglicht dem Museum, sich im Detail zu verändern, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und fördert nicht zuletzt den gewünschten „Mitmach-Gedanken“. Gleichzeitig werden durch den aufgesetzten Balkon historische Elemente sichtbar gemacht. Von hier aus kann auch das Ausstellungsgeschehen beobachtet werden.

Die umlaufende Panorama-Wand, das „Fachwerk-Zitat“, ist die inhaltlich, räumliche Klammer der Dauerausstellung. Diese Wand reagiert inhaltlich mit grafischen Elementen auf die thematischen Großvitrinen. 15 Wolfenbütteler Persönlichkeiten werden hier präsentiert und einige an Hörstationen „zu Wort“ kommen. 15 weitere Personen sind zudem interaktiv über Terminals „nachlesbar“. „Für den Anfang“, betont Dr. Donner.

Junge Besucher werden angesprochen

Auch für die ganz jungen Besucher des Museums soll es die Möglichkeit der Teilhabe an Geschichte geben. Für Kinder werden im Hallenraum kleine Wandschränke, sogenannte „Kinderkisten“, eingerichtet. Diese kleinen Schränke, die an den Außenwänden eingebaut werden, bilden Räume der Konzentration und des Rückzugs. Inhaltlich werden hier bestimmte Themen der Stadtgeschichte kindgerecht aufgearbeitet präsentiert, räumlich bieten die Kinderkisten einen kleinen abgegrenzten Ort für spielerisches Erfahren und aktives Erfassen von Wolfenbütteler Stadtgeschichte.

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